Der Siedlungskern von Köln-Raderthal liegt auf der anderen Seite der Brühler Straße und erhielt seine heutige Gestalt zur selben Zeit – also vor etwa hundert Jahren. Charakteristisch sind zwei- bis dreistöckige Häuser, die sich oft um kleine Plätze oder Höfe gruppieren und so einen überraschend dörflichen Charme annehmen. Dieses Prinzip wurde auch später beibehalten, als sich weitere abgeschlossene Quartiere in ähnlicher Maßstäblichkeit bildeten. Hier ist das Wohnen ruhig und gefahrlos, die Wohnlagen erreichen zwar nicht die hohe Wertigkeit wie in der Volksparksiedlung, rangieren aber im guten mittleren Bereich. Bisweilen entdeckt man noch ganze erhaltene Straßenzüge aus der Kaiserzeit.
Sieht man von den militärischen Einrichtungen und dem Gewerbestreifen am Gürtel ab, ist Köln-Raderthal vor allem Wohngegend. Aber selbst am Gürtel – aufgrund der hohen Zahl an Autohäusern auch „Kölner Automeile“ genannt – dominiert sattes Grün. Es ist über den Leichweg durchgängig mit dem Äußeren Grüngürtel verbunden, an dem Köln-Raderthal auf voller Breite Anteil hat. Man kann den Eindruck bekommen, der ganze Stadtteil sei Bestandteil einer einzigen großen Parklandschaft.
Die Infrastruktur ist, wie es für Siedlungsgegenden mit hohem Eigentumsanteil typisch ist, nur reduziert ausgebildet worden. Zwar gibt es entlang der Brühler und der Markusstraße Geschäfte und Restaurationen für den täglichen Bedarf, aber für die meisten Besorgungen verlassen die Einwohner ihren Stadtteil. Angesichts des eher schwach ausgebauten Busnetzes und fehlender Bahnen tun sie dies größtenteils mit dem Auto – die unmittelbare Nähe zu den Autobahnen begünstigt dies noch. Dafür gibt es hier die Europaschule Köln, eine der größten Gesamtschulen der Stadt. Die Kinder erhalten also gute weiterführende Schulbildung in ihrer direkten Nähe.
Der beliebte Stadtteil Raderthal, bekannt durch das an der Brühler Straße gelegene Amt für Heeresentwicklung des Bundesverteidigungsministeriums, wird von attraktiven Nachbarlagen umgeben: Im Osten grenzt das noble Marienburg an, während im Süden die A4 die Grenze zu Rondorf bildet. Die westliche Begrenzung wird durch den Südfriedhof und den Stadtteil Zollstock markiert, und im Norden schließt sich Raderberg an.