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Der Stadtbezirk Köln-Chorweiler in Köln Nord umfasst die Stadtteile Chorweiler, Merkenich, Worringen, Fühlingen, Seeberg, Heimersdorf, Lindweiler, Esch/Auweiler, Pesch, Volkhoven/Weiler, Blumenberg und Roggendorf/Thenhoven.
Chorweiler ist mit einer Fläche von 67,18 km² der flächenmäßig zweitgrößte Stadtbezirk von Köln und zugleich mit etwa 85.000 Einwohnern der bevölkerungsärmste. Als einziger Bezirk mit unter 100.000 Einwohnern ist er außerdem der am dünnsten besiedelte. Das mag erstaunen, weil der Stadtteil Chorweiler Kölns größte Hochhaussiedlung beherbergt. Der Kölner Norden – Chorweiler grenzt als einziger Stadtbezirk nicht an die Innenstadt – hat sich nämlich gleichzeitig noch weite Flächenreserven erhalten. Die planmäßige Besiedlung des vorher weitgehend ländlichen Gebiets begann erst in der Nachkriegszeit: Die auf dem Reißbrett entworfene „Planstadt Nord“ blieb aber hinter den hochfliegenden Erwartungen zurück und entstand in weit kleinerem Maßstab als vorgesehen. In der weiten Ebene prägen immer noch landwirtschaftliche Flächen, Naturreserven und Wälder, aber auch einige Industriegebiete das Bild. Die 12 Stadtteile sind sehr verschieden: einige sind aus Dörfern hervorgegangen und haben sich oft historische Ortskerne erhalten können, andere entstanden als Siedlungen auf der grünen Wiese. Nur in Chorweiler selbst konzentriert sich ein größeres Einzelhandelsangebot, sind Verwaltungsfunktionen vorhanden und öffentlicher Nahverkehr entwickelt. Dafür wohnt man in den abgelegeneren Orten oft ruhig und in gewachsener Nachbarschaft. Der Anteil an Einfamilienhäusern ist hier relativ hoch – und es entstehen auch derzeit noch neue Straßenzüge mit familienfreundlicher Eigenheimbebauung an den Ortsrändern. Aufgrund der räumlichen Distanz zur Innenstadt und der jungen Geschichte der meisten Wohnplätze hat sich hier eine recht eigene Mentalität herausgebildet. Der Kölner Norden gilt in weiten Teilen als bodenständig und pflegt lokale Traditionen.
Lage: Auf der linken Seite des Rheins gelegen und weit nach Norden reichend. Das Bezirksrathaus Chorweiler liegt ca. 13 km vom Dom/Hbf entfernt und ist mit dem Auto oder mit der S-Bahn in 20 Minuten zu erreichen. Mit dem Fahrrad dauert es doppelt so lange.
Anbindung: Die A57 durchzieht den Stadtbezirk von Süd nach Nord, die A1 als Teil des Kölner Rings bildet dessen Südgrenze und verläuft von West nach Ost. Die Autobahnen treffen sich am Kreuz Köln-Nord. Unterhalb der Großwohnsiedlungen verlaufen die S 6 und die S 11. Die Stadtbahnlinien 12 und 15 enden in Chorweiler bzw. Merkenich. Es gibt gut ausgebaute Radstrecken, allerdings sind die Wege recht weit.
Besonderheiten: Hochhausensemble Chorweiler mit Pariser Platz, City-Center und Bürgerhaus, Freizeitbad Aqualand, Fühlinger See mit Regattastrecke, Naturschutzgebiete Worringer Bruch und Chorbusch, Escher See mit Strandbad, historischer Stadtkern Worringen, Dorfkirchen in Esch und Niederkassel, Schloss Arff, Rheindamm und Rheinaue, Langeler Fähre.
Stadtbild und Wohnlagen: Die „Neue Stadt“ als Planungsgebiet umfasst Chorweiler selbst als hochverdichtetes Zentrum mit zahlreichen Großbauten sowie seine direkten Nachbarn. Dabei wurden Heimersdorf und Seeberg-Süd schon in den Fünfzigern errichtet und bestehen hauptsächlich aus niedrigeren Bauten, darunter viele Einfamilienhäuser. Seeberg-Nord entstand ungefähr zeitgleich mit Chorweiler, Blumenberg trägt dagegen das Gesicht der Achtziger und Neunziger Jahre. Entlang des Rheins reihen sich mit Merkenich samt Rheinkassel und Langel alte Dörfer aneinander, die mit Worringen als städtischerer Siedlung abschließen und teils von Industrie umgeben sind. Der Westen des Bezirks besteht aus Ackerdörfern, die mal mehr verstädtert sind (wie z. B. Pesch), mal ursprünglicher erhalten blieben (wie z. B. Roggendorf oder Auweiler)
Städtebauliche Entwicklungen:Schon seit 100 Jahren ist der Kölner Norden eine urbane Flächenreserve. Die „Neue Stadt“ ist noch nicht zu Ende gebaut: Der neue Stadtteil Kreuzfeld soll in den nächsten Jahren auf dem S-Bahn-Deckel westlich von Blumenberg auf freier Fläche entstehen und über 5.000 Menschen aufnehmen, wobei der Siegerentwurf deutlich auf Nachhaltigkeit achtet. Auch am Rand von Chorweiler entstehen Neubauten – hauptsächlich in Geschossbauweise und in besserer Qualität als die Hochhäuser nebenan. Diese wiederum haben in den letzten Jahrzehnten teils bedeutende Sanierungen erfahren, so dass die Trabantenstadt viel von ihrem einstigen Schrecken verloren hat. Ortserweiterungen gab es zuletzt auch in Roggendorf/Thenhoven – hier aber mit Einfamilienhaussiedlungen.